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As-built-Dokumentation im Tiefbau: vom Aufmaß zum Bestandsplan

Okt. 28, 2026
6 Min. Lesezeit

Die As-built-Dokumentation hält fest, was tatsächlich gebaut wurde: Lage, Höhe und Ausführung jedes Bauteils, so wie es im Boden liegt. Aus ihr entsteht der Bestandsplan, den der Bauherr für Betrieb, Unterhalt und spätere Baumaßnahmen braucht. Im Tiefbau gelingt sie nur, wenn Sie während der Ausführung messen, nicht erst am Ende.

Dieser Beitrag erklärt, was zur As-built-Dokumentation gehört, wie aus Messdaten ein Bestandsplan wird und wie Sie typische Lücken vermeiden.

Zwei Vermesser mit GNSS-Rover vor einem Bagger
Bestandsvermessung während der Ausführung: Was eingemessen ist, bevor es verfüllt wird, landet sicher im Bestandsplan.

Was ist eine As-built-Dokumentation?

As-built bedeutet „wie gebaut“. Gemeint ist die Dokumentation des tatsächlich ausgeführten Zustands, im Unterschied zum Planstand. Im Tief- und Straßenbau weicht die Ausführung oft vom Plan ab: Leitungen werden wegen unbekannter Sparten verschwenkt, Höhen angepasst, Schächte versetzt. Diese Abweichungen gehören in die As-built-Dokumentation.

Aus der As-built-Dokumentation entsteht der Bestandsplan: die Plan- oder Modellgrundlage, mit der der Bauherr die Anlage betreibt und unterhält.

Was gehört in die As-built-Dokumentation?

BereichTypische Inhalte
Leitungen und KanäleLage und Höhe von Rohrscheitel oder Sohle, Material, Durchmesser, Anschlüsse, Schächte
Straßen und WegeAchsen, Ränder, Höhen der fertigen Oberfläche, Schichtaufbau
ErdbauGeländeoberflächen nach Fertigstellung, Böschungen, Bodenaustausch
Bauwerke und AusstattungLage von Bauwerken, Schildern, Leuchten, Einbauten
NachweisePrüfprotokolle, Fotos, Lieferscheine, Abnahmeprotokolle

Von der Messung zum Bestandsplan: der Ablauf

  1. Anforderungen klären: Welche Inhalte, Formate und Genauigkeiten verlangt der Bauherr? Viele Auftraggeber haben eigene Vorgaben für Bestandspläne.
  2. Während der Ausführung messen: Leitungen, Schächte und Anschlüsse im offenen Graben einmessen, Schichten nach Fertigstellung aufnehmen.
  3. Daten laufend sammeln: Vermessung, Ist-Daten aus der Maschinensteuerung, Drohnenaufnahmen und Fotos an einer Stelle ablegen.
  4. Mit dem Plan vergleichen: Abweichungen markieren und begründen.
  5. Bestandsplan erstellen: Die Ist-Daten in Plan oder Modell übernehmen und attributieren.
  6. Übergeben: Bestandsplan, Messdaten und Nachweise zur Abnahme an den Bauherrn übergeben.
Kreislauf eines Infrastrukturprojekts: Grundlagendaten, Planung, Bau, Bestandsmodell und Betrieb
Das As-built-Modell schließt den Kreis: vom Bau zurück zu den Grundlagendaten für Betrieb und Unterhalt.

Typische Lücken und wie Sie sie vermeiden

  • Verfüllt, bevor gemessen: Legen Sie fest, dass kein Graben ohne Einmessung und Foto verfüllt wird.
  • Daten in verschiedenen Systemen: Vermessung, Maschinen und Bauleitung legen getrennt ab, am Ende fehlt der Zusammenhang.
  • Abweichungen nicht begründet: Ohne Notiz, warum eine Leitung verschwenkt wurde, ist der Bestandsplan schwer nachvollziehbar.
  • Alles am Ende: Wer erst zur Abnahme mit der Bestandsdokumentation beginnt, muss nachmessen oder schätzen.

Mehr zur laufenden Dokumentation lesen Sie im Leitfaden zur Baustellendokumentation, zu Mengen im Beitrag Massenermittlung und Aufmaß im Erdbau.

As-built-Dokumentation mit Infrakit

Infrakit ist eine kartenbasierte Plattform für das Baumanagement im Infrastrukturbau. Sie verbindet Teams, Maschinen und Daten in Echtzeit, über Marken, Systeme und Projektphasen hinweg. Pläne, Modelle, Termine und Dokumentation liegen auf einer gemeinsamen Live-Karte. So vermeiden Sie Nacharbeit und kommen schneller voran. Als offene Plattform arbeitet Infrakit mit Trimble, Leica und Topcon.

Infrakit-Karte mit Querprofil, Stationen und Höhendaten
Querprofil mit Stationen und Höhendaten auf der Infrakit-Karte.

Mehr dazu auf der Seite Tiefbau-Software. Wie Sie eine passende Software für die Dokumentation auswählen, lesen Sie unter Baudokumentation Software.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen As-built-Dokumentation und Bestandsplan?

Die As-built-Dokumentation umfasst alle Messdaten, Fotos und Nachweise zum tatsächlich gebauten Zustand. Der Bestandsplan ist das Ergebnis daraus: der Plan oder das Modell, mit dem der Bauherr die Anlage betreibt.

Wer erstellt den Bestandsplan?

Das regelt der Vertrag. Oft liefert das Bauunternehmen die Bestandsvermessung und die Daten, der Bestandsplan wird vom Bauunternehmen, einem Vermessungsbüro oder dem Planer erstellt.

Wann sollte die Bestandsvermessung stattfinden?

Laufend während der Ausführung, vor allem bevor Leitungen und Bauteile verfüllt oder überbaut werden. Eine reine Schlussvermessung erfasst verdeckte Bauteile nicht mehr.

Welche Formate verlangen Bauherren für Bestandspläne?

Das ist sehr unterschiedlich. Häufig sind CAD-Formate, GIS-Daten oder bei BIM-Projekten Modelle in offenen Formaten. Klären Sie die Vorgaben früh, am besten vor Baubeginn.

Vom Plan zum Bestand auf einer Karte

Sehen Sie in einer kurzen Demo, wie Infrakit Teams, Maschinen und Daten in Echtzeit verbindet, mit Plänen, Modellen und Dokumentation auf einer gemeinsamen Karte.

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